IHK-Prüfung Büromanagement im Detail
Wie läuft die AP1 und AP2 ab?
Wie läuft die Abschlussprüfung ab? Wie lange dauern AP1 und AP2? Wie stark zählen die einzelnen Prüfungsbereiche – und wann hat man bestanden?
Die Abschlussprüfung ist eine gestreckte Abschlussprüfung. Das bedeutet: Sie besteht aus Teil 1 und Teil 2. Das Ergebnis der AP1 zählt bereits zur Abschlussnote.
AP1: Informationstechnisches Büromanagement
Dauer: 120 Minuten
Gewichtung: 25 Prozent
Die AP1 wird am Computer durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und typische Büroprozesse.
Wie läuft die AP1 ab?
Die AP1 heißt offiziell Informationstechnisches Büromanagement und findet üblicherweise in der Mitte der Ausbildung statt. Sie bezieht sich grundsätzlich auf die Ausbildungsinhalte der ersten 15 Monate.
Die Prüfung dauert 120 Minuten und wird am Computer bearbeitet. Dabei kommen insbesondere Textverarbeitung und Tabellenkalkulation zum Einsatz. Typische Anforderungen sind:
- geschäftliche Dokumente erstellen und bearbeiten,
- Informationen übersichtlich aufbereiten,
- Berechnungen mit einer Tabellenkalkulation durchführen,
- Büro- und Beschaffungsprozesse bearbeiten,
- Ergebnisse kontrollieren und dokumentieren.
Die AP1 zählt mit 25 Prozent zum Gesamtergebnis. Sie ist deshalb keine unverbindliche Zwischenprüfung, sondern ein echter Bestandteil der Abschlussprüfung.
Hier kannst du dich gezielt auf die AP1 vorbereiten.
AP2: Kundenbeziehungsprozesse
Dauer: 150 Minuten
Gewichtung: 30 Prozent
Hier bearbeitest du komplexe kaufmännische Aufgaben, beispielsweise aus Rechnungswesen, Auftragsbearbeitung, Personalwirtschaft und kaufmännischer Steuerung.
Wie läuft die AP2 ab?
Am Ende der Ausbildung folgt Teil 2 der Abschlussprüfung. Der größte schriftliche Prüfungsbereich heißt Kundenbeziehungsprozesse.
Die Bearbeitungszeit beträgt 150 Minuten. In diesem Prüfungsbereich musst du komplexe betriebliche Situationen bearbeiten und zeigen, dass du unter anderem:
- Aufträge kundenorientiert abwickeln kannst,
- personalbezogene Aufgaben verstehst,
- kaufmännische Steuerungsinstrumente anwenden kannst,
- wirtschaftliche und rechtliche Zusammenhänge erkennst,
- nachvollziehbare Lösungen entwickeln kannst.
Kundenbeziehungsprozesse zählt mit 30 Prozent zum Gesamtergebnis.
Wirtschafts- und Sozialkunde
Dauer: 60 Minuten
Gewichtung: 10 Prozent
Geprüft werden wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt. Meist schreibt man die WiSo-Prüfung direkt im Anschluss an Kundenbeziehungsprozesse. Man halt also einen langen Prüfungstag von ingesamt 210 Minuten.
Was wird in Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft?
Der Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde, häufig kurz WiSo genannt, dauert 60 Minuten und zählt mit 10 Prozent.
Geprüft werden wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt. Dazu können beispielsweise Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Mitbestimmung, wirtschaftspolitische Zusammenhänge und betriebliche Grundlagen gehören.
Fachaufgabe in der Wahlqualifikation
Dauer: höchstens 20 Minuten
Gewichtung: 35 Prozent
Die mündliche Prüfung wird als fallbezogenes Fachgespräch anhand einer Fachaufgabe oder eines von dir geschriebenen Reports durchgeführt. Grundlage ist eine deiner beiden Wahlqualifikationen. Auf beide solltest du dich also vorbereiten.
Die AP1 wird computergestützt durchgeführt. Teil 2 besteht aus den schriftlichen Prüfungsbereichen Kundenbeziehungsprozesse und Wirtschafts- und Sozialkunde sowie dem fallbezogenen Fachgespräch.
Wie läuft die mündliche Prüfung ab?
Die mündliche Prüfung heißt offiziell Fachaufgabe in der Wahlqualifikation. Sie wird als fallbezogenes Fachgespräch durchgeführt und zählt mit 35 Prozent besonders stark.
Das Fachgespräch dauert insgesamt höchstens 20 Minuten. Grundlage ist eine deiner beiden festgelegten Wahlqualifikationen. Dabei gibt es zwei mögliche Varianten.
Report-Variante
Du erstellst für jede deiner beiden Wahlqualifikationen einen Report über eine selbstständig durchgeführte betriebliche Fachaufgabe. Jeder Report darf höchstens drei Seiten umfassen.
Der Prüfungsausschuss wählt eine der beiden Fachaufgaben als Grundlage für das Gespräch aus. Bewertet wird nicht der Report selbst, sondern deine Leistung im Fachgespräch.
Klassische Variante
Der Prüfungsausschuss stellt dir zwei praxisbezogene Fachaufgaben zur Auswahl. Du entscheidest dich für eine Aufgabe und erhältst 20 Minuten Vorbereitungszeit.
Anschließend erläuterst du deinen Lösungsweg und beantwortest die Fragen des Prüfungsausschusses.
Die gewählte Variante wird bereits bei der Anmeldung zu Teil 2 festgelegt und kann danach grundsätzlich nicht mehr geändert werden.
Hier kannst du dich auf die klassische Variante vorbereiten.
Zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung
Prüfung verbockt? Durchgefallen? Wann ist die IHK-Prüfung bestanden?
Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- Das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 ist mindestens ausreichend.
- Das Gesamtergebnis von Teil 2 ist mindestens ausreichend.
- Mindestens zwei der drei Prüfungsbereiche aus Teil 2 sind mindestens ausreichend.
- Kein Prüfungsbereich aus Teil 2 wurde mit ungenügend (Note 5) bewertet.
Du musst also nicht zwingend in jedem einzelnen Bereich mindestens 50 Punkte erreichen. Die genannten Bestehensregeln müssen jedoch insgesamt erfüllt sein.
IHK Punkte und Benotung
Wie viele Punkte sind welche Note?
HK-Punkteschlüssel: Welche Note entspricht welcher Punktzahl?
In der IHK-Prüfung werden die einzelnen Prüfungsleistungen mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Aus der erreichten Punktzahl ergibt sich folgende Note:
92 bis 100 Punkte
Note 1 – sehr gut
Die Leistung entspricht den Anforderungen in besonderem Maße.
81 bis 91 Punkte
Note 2 – gut
Die Leistung entspricht den Anforderungen voll.
67 bis 80 Punkte
Note 3 – befriedigend
Die Leistung entspricht den Anforderungen im Allgemeinen.
50 bis 66 Punkte
Note 4 – ausreichend
Die Leistung weist zwar Mängel auf, entspricht den Anforderungen insgesamt aber noch.
30 bis 49 Punkte
Note 5 – mangelhaft
Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht, lässt aber erkennen, dass Grundkenntnisse vorhanden sind.
0 bis 29 Punkte
Note 6 – ungenügend
Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht und weist erhebliche Lücken bei den Grundkenntnissen auf.
Dieser 100-Punkte-Schlüssel wird für die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen sowie für Zwischen- und Gesamtergebnisse verwendet.
Ab wie vielen Punkten ist eine IHK-Prüfung bestanden?
Ab 50 Punkten gilt eine einzelne Prüfungsleistung als ausreichend. Weniger als 50 Punkte entsprechen einer mangelhaften oder ungenügenden Leistung.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du automatisch durch die gesamte Abschlussprüfung gefallen bist, sobald du in einem Prüfungsbereich weniger als 50 Punkte erreichst. Bei Kaufleuten für Büromanagement gelten zusätzlich folgende Bestehensregeln:
- Das Gesamtergebnis aus AP1 und AP2 muss mindestens ausreichend sein.
- Das Gesamtergebnis von Teil 2 muss mindestens ausreichend sein.
- Mindestens zwei der drei Prüfungsbereiche aus Teil 2 müssen mindestens ausreichend sein.
- Kein Prüfungsbereich aus Teil 2 darf mit ungenügend bewertet worden sein.
Eine mangelhafte Leistung kann daher unter bestimmten Voraussetzungen ausgeglichen werden. Eine ungenügende Leistung in einem Prüfungsbereich von Teil 2 führt dagegen zum Nichtbestehen.
Beispiele zur Einordnung
92 Punkte: sehr gut, Note 1
81 Punkte: gut, Note 2
80 Punkte: befriedigend, Note 3
67 Punkte: befriedigend, Note 3
66 Punkte: ausreichend, Note 4
50 Punkte: ausreichend, Note 4
49 Punkte: mangelhaft, Note 5
30 Punkte: mangelhaft, Note 5
29 Punkte: ungenügend, Note 6
Wie wird die Gesamtnote berechnet?
Bei Kaufleuten für Büromanagement fließen die Prüfungsbereiche unterschiedlich stark in das Gesamtergebnis ein:
AP1 – Informationstechnisches Büromanagement: 25 Prozent
AP2 – Kundenbeziehungsprozesse: 30 Prozent
Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent
Fachaufgabe in der Wahlqualifikation: 35 Prozent
Für eine grobe Berechnung multiplizierst du die erreichten Punkte jedes Prüfungsbereichs mit der jeweiligen Gewichtung und addierst die Ergebnisse.
Beispiel
Angenommen, du erreichst:
AP1: 70 Punkte × 25 Prozent = 17,5 Punkte
Kundenbeziehungsprozesse: 60 Punkte × 30 Prozent = 18 Punkte
WiSo: 75 Punkte × 10 Prozent = 7,5 Punkte
Mündliche Prüfung: 80 Punkte × 35 Prozent = 28 Punkte
Das ergibt insgesamt:
17,5 + 18 + 7,5 + 28 = 71 Punkte
Das Gesamtergebnis liegt damit im Bereich befriedigend.
Häufige Fragen zum IHK-Punkteschlüssel
Sind 50 Punkte bestanden?
Eine einzelne Prüfungsleistung ist mit 50 Punkten ausreichend. Für das Bestehen der gesamten Abschlussprüfung müssen zusätzlich alle vorgeschriebenen Bestehensbedingungen erfüllt sein.
Welche Note sind 75 Punkte?
75 Punkte entsprechen der Note 3 – befriedigend.
Welche Note sind 60 Punkte?
60 Punkte entsprechen der Note 4 – ausreichend.
Welche Note sind 49 Punkte?
49 Punkte entsprechen der Note 5 – mangelhaft. Die einzelne Prüfungsleistung ist damit nicht ausreichend.
Werden die Ergebnisse auf- oder abgerundet?
Die verbindliche Berechnung und Feststellung der Prüfungsergebnisse erfolgt durch die zuständige IHK beziehungsweise den Prüfungsausschuss. Deshalb kann ein selbst berechnetes Ergebnis von der offiziellen Ausweisung abweichen.
Kann eine 5 ausgeglichen werden?
Eine mangelhafte Leistung bedeutet nicht in jedem Fall automatisch, dass die gesamte Prüfung nicht bestanden wurde. Entscheidend sind das Gesamtergebnis und die besonderen Bestehensregeln für Teil 2. In Kundenbeziehungsprozesse oder Wirtschafts- und Sozialkunde kann außerdem unter bestimmten Voraussetzungen eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich sein.
